Leseprobe

Josep Maria Fonalleras - August & Gustau

Die Reise beginnt. Anscheinend haben August und Gustau den Zweck des Auftrages, die letzte Bestimmung der Fahrt verstanden.
Ich habe den Eindruck, die richtige Wahl getroffen zu haben, denn ich sehe in ihrer Haltung, in ihrem Schweigen eine gewisse Akzeptanz der Projektphilosophie - wenn ich es mal so nennen darf -, der Vertragsklauseln. Wir haben zwar keinen Vertrag unterschrieben, aber ich glaube, nach dem, was wir besprochen haben, werden sie nicht auf die niederträchtige Idee kommen, mich vor der Zeit zu töten. Ich meine, so wie ich ihnen vertraut habe, werden sie auch mir vertrauen, vor allem nachdem ich ihnen mein genaues Programm dargelegt habe.
Wir steigen in den Mini ein. Das ist gar nicht so einfach. August ist von Nahem betrachtet eine wirklich massige Person, und er erinnert mich noch mehr an den mit dem Spitznamen Schweinchen, nicht nur wegen seiner wie eine Schnauze vorgewölbten Lippen, nicht nur wegen seiner leicht himmelwärts gerichteten, stumpfen Nase, sondern vor allem wegen seiner Korpulenz, denn tatsächlich hat August eher die Nase eines Boxers, eines Boxerschweins.
Das Erste, was ich ihn im Mini frage, ist, ob er weiß, dass Tom Jones auch Boxer war, und er antwortet mir, jeder wisse zwar, wer Tom Jones sei, aber er habe nicht gewusst, dass er auch Boxer war. Gustau setzt sich neben mich. Bind doch deinen Schal ab, sage ich ihm als Erstes, aber er antwortet, das sei bei dieser Kälte nicht angezeigt, die Dunkelheit breche herein und er wolle den Schal lieber anbehalten, bis wir auf der Landstraße seien und es im Auto etwas wärmer geworden sei. August erklärt, Gustau lege den Schal deshalb nicht ab, weil er seine Narbe am Hals nicht zeigen wolle, sie stamme von dem Seil, an dem er hängen sollte, doch im letzten Augenblick, die Füße hingen bereits in der Luft, traf die Begnadigung ein, und es war gerade noch Zeit, ihn abzuhängen, eine Narbe sei aber zurückgeblieben. Es ist ein Scherz. Gustau dreht sich zu mir hin, zieht heftig an dem Schal und zeigt mir die nicht existierende Narbe, seinen unbefleckten Hals und schimpft auf den Blödsinn von August, diesem unverschämten Kerl, solche Witze mache man nicht, und schon gar nicht unter solchen Umständen.
Ich denke, so schlimm ist das auch nicht, und sage, es sei doch eine gute Methode, das Eis zu brechen, und August sagt, man müsse das Eis wirklich angehen, aber ›das von der verdammten Windschutzscheibe, Mann!.‹ Bevor die Reise losgeht, steige ich aus und versuche mit einem Messer, das Eis abzukratzen, es stimmt, es ist richtig kalt, und seit über einem Monat bin ich nicht mit dem Mini gefahren. Ich sage zu Gustau, er solle sich keine Gedanken machen, nach knapp zehn Kilometern würden wir bereits den ersten Stopp einlegen, in dem Club mit den zwei Neonherzen an der Fassade.