Pressestimmen

José Eduardo Agualusa - Das Lachen des Geckos

Ein packendes literarisches Zeugnis, das tief in die Abgründe der angolanischen Gesellschaft mit ihren Wunden aus mehreren Jahrzehnten Bürgerkrieg eindringt ... Agualusa schafft eine faszinierende Berührung mit der Geschichte eines Landes, dessen Kultur bei uns nur im Ausnahmefall wahrgenommen wird ... Wie sein Held Félix Ventura ist auch Agualusa im heutigen Angola ein Außenseiter - nämlich einer der wenigen im Land verbliebenen Nachkommen der kolonialen Oberschicht aus Portugal. Politik äußert sich in seiner Prosa nicht mehr als ein die Grenzen des Literarischen sprengender Schrei nach Freiheit, sondern als ein epischer Stoff, der die Begegnung mit der kollektiven Erinnerung und ihren Traumata möglich macht - und sei es, wie hier, aus einem unterhaltsamen Genreroman heraus. Sein durchdringendes „Lachen des Geckos" könnte die Vorlage zu einem politischen Thriller bieten, wie ihn uns das afrikanische Kino bislang noch immer vorenthält.

Florian Borchmeyer, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Gibt es noch so etwas wie eine Magie des Erzählens? Jene schwer zu definierende Mischung aus ungewöhnlicher Phantasie, der Verführungskraft einer geschliffenen Sprache und einem Symbolismus, der nicht in dekorativen Bildern schwelgt, sondern fest in einer spannungsvoll erzählten Wirklichkeit wurzelt?
Skeptiker müssen da voller Bedenken den Kopf wiegen, denn in der Tat sind solche Kombinationen nicht jedem Produkt der "Massenware" Literatur zuzuschreiben. In diesem kleinen, poetisch verdichteten Roman aber sind alle diese Elemente mit solcher Souveränität eingesetzt, dass man mit freudiger Verblüffung nur von einem großen Roman sprechen mag.



Gregor Ziolkowski, Deutschlandradio, www.dradio.de

Etwas wie Magie

Etwas wie Magie breitet sich über den Roman: Man kann Wirklichkeit erschaffen, wenn man es nur will. Erste Voraussetzung ist eine Weltwahrnehmung, die sich bei José Eduardo Agualusa in eine vom Alltag abgehobene Sprache gießt. »Die Erinnerung ist eine aus einem fahrenden Zug heraus betrachtete Landschaft. Wir sehen, wie das Morgenlicht über den Akazien aufgeht, die Vögel, die am frühen Morgen picken, wie an einer Frucht. Weiter hinten ein ruhig dahinfließender Fluss und die Bäume, die ihn umarmen ...«
Ich kann den deutschen Text nicht mit dem Original vergleichen, nur bekunden, dass dem Übersetzer Michael Kegler etwas dem Leser Wohltuendes gelungen ist ... José Eduardo Agualusa, der in Portugal, Brasilien und Angola lebt, hat auf eine unnachahmliche Weise über angolanische Geschichte geschrieben. Anders als jener Autor, der in einer Episode des Buches vorkommt, als geschickt darin, den Europäern »die Schrecken seines Heimatlandes« zu verkaufen. »Elend ist ungeheuer erfolgreich in reichen Ländern«, kommentiert Félix Ventura, dieser Meister des Scheins, der wohl gerade deshalb so ein ehrliches Gespür für Lüge hat.



Irmtraud Gutschke, Neues Deutschland, www.neues-deutschland.de

Wenn man einmal angefangen hat zu lesen, kann man sich der scharfsinnigen Weltsicht von José Eduardo Agualusa - vermittelt über den subtilen Humor des erzählenden Geckos - nicht entziehen. Dem angolanischen Autor ist hier ein überzeugender Roman gelungen, der in einem verwirrenden Spiel mit Fiktion und Wirklichkeit die Spannung des Lesers bis zu einem fulminanten Finale aufrechterhält.

Mona Grosche, Junge Welt

Agualusas Stil vibriert von Fabulierlust, wenngleich mit diesem Begriff vielleicht irreführende Assoziationen geweckt werden im Sinne ausschweifender Satzgebäude. Agualusa aber ist alles andere als ausschweifend; er ist ein Meister verdichtender, fast lyrischer Prosa. Seine knappen Sätze perlen dahin mit einer selbstverständlichen Leichtigkeit und einer Unmittelbarkeit von betörender Anmut. Seine Figuren, seine Einfälle, seine Beschreibungen und Situationsschilderungen gehen auf subtile, tiefgründige Weise eine organische Verbindung ein und erzeugen eine Klarheit von leuchtender Kraft.

Anselm Brakhage, TITEL – Magazin für Literatur und mehr, www.titel-magazin.de

Zwischen Satire auf die politischen Verhälnisse und magischem Realismus bewegt sich dieser Roman des im portugiesischen Sprachraum zahlreich prämiertem Autors. Es geht um Fragen der Identität, der Vergangenheitsbewältigung und der Fiktionalisierung von Lebenswegen. Der Roman bietet dem deutschen Leser Einblicke in die jüngste Geschichte eines afrikanischen Landes voller Wunden und endet dennoch hoffnungsvoll.

Luísa Costa Hölzl, Buchprofile

Agualusa hat einen wunderschönen poetischen Roman geschrieben, der einen geradezu magisch fesselt und immer wieder zum Schmunzeln bringt und bei dem man nie Zweifel hat, dass man das Lachen des Geckos hören kann.

LoNam - das afrikanische Magazin

Wunderbare Prosa - voller Anmut, Lebendigkeit, Witz und herrlichem Ideenreichtum.

David Constantine, The Independent

„Das Lachen des Geckos" ist eine poetische, verführerische Betrachtung über die Wahrheit und die Kunst, Geschichten zu erzählen ... Dass in einem Buch, das von der Unbeständigkeit der Wahrheit und der Ambiguität unserer Identität erzählt, mühelos Genregrenzen überschritten werden, passt vollkommen. Von Traumlandschaften wie im magischen Realismus bis hin zu einem packenden politischen Thriller ist alles enthalten, im unerwarteten Höhepunkt sogar ein geheimnisvoller Mord ...



New Internationalist

Ein wunderbarer, bewegender und aufschlussreicher Roman über das moderne Afrika, über Gedächtnis und Erinnerung, über das Leid und die Standhaftigkeit der Hoffnung. Agualusas geistreiche Originalität und tiefe Humanität sind bemerkenswert.

Boyd Tonkin, The Independent

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