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Pressestimmen
Mohammed Hanif - Eine Kiste explodierender Mangos
Der pakistanische Diktator Zia al-Huq in einer grandiosen Polit-Satire
Das Buch ist großartige Unterhaltung mit zeitgeschichtlichem Erkenntniswert - der Diktator tritt auf als paranoider Machthaber mit besonderer Vorliebe für vollbusige US-Reporterinnen, seine täglichen Gebete nutzt er eher strategisch als spirituell - und allzu oft fragt man sich bei der Lektüre, wo denn wohl die Fakten enden und die Fiktion beginnt.
Gerald Giesecke, ZDF aspekte, aspekte.zdf.de
Mohammed Hanifs furiose literarische Abrechnung mit Zia ul-Haq und Pakistan
«A Case of Exploding Mangoes» – jetzt in Ursula Gräfes temperamentvoller Übersetzung auch auf Deutsch erschienen – ist der erste Roman des 1965 in Okara nahe der pakistanischen Ostgrenze geborenen Autors. Dass das Buch für den letztjährigen Booker Prize nominiert wurde, verdankt es indes nicht nur der aktuellen Thematik, sondern auch einer im Detail wie in Dramaturgie und Aufbau der Handlung souveränen literarischen Leistung. Doch scheint Hanif, dessen Schreibhandwerk sich auch auf langjährige journalistische Praxis abstützt, nicht auf den Lorbeeren ausruhen zu wollen, die ihm das Erstlingswerk eintrug: Nach rund zehn Jahren in London kehrte er im Herbst 2008 als Berichterstatter für die BBC nach Karachi zurück ...
Fluchtpunkt des zweieinhalb Monate übergreifenden Romangeschehens ist der 17. August 1988 – der Tag, an dem Zia ul-Haq zusammen mit mehreren ranghohen Militärs und dem amerikanischen Botschafter in Pakistan bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam, dessen Ursachen bis heute nicht geklärt sind. Eine anstrengende Geschichtslektion zwecks Durchleuchtung der damaligen Ereignisse hat Hanif freilich nicht im Sinn; vielmehr sucht sein Roman die von Machtgier gesättigte, vom Gift der Intrigen zersetzte Atmosphäre im Dunstkreis der militärischen Elite einzufangen ...
Wenn Hanif, wie er in einem Interview zu Protokoll gab, seine historische Rückblende in einen «Thriller mit Witz» verpacken wollte, dann ist ihm das gelungen ... Die Balance von Witz und Wut, welche die rasante Handlung trägt, ist bis auf rare Momente perfekt.
Angela Schader, Neue Zürcher Zeitung, www.nzz.ch
Platz 1 der litprom-Bestenliste Weltempfänger 3/2009
1988 kam der pakistanische Präsident Mohammed Zia-ul-Haq bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Bis heute ist die Absturzursache ungeklärt, und es ranken sich unzählige wirre Verschwörungstheorien um das Unglück. Hanif fabuliert in seinem Roman noch eine weitere verrückte Ursache hinzu. Ein geistreicher und witziger Roman über eine unselige Zeit, in der die Wiedereinführung der Scharia und der moderne Dschihadismus wurzeln. Lachen mit und über Pakistan - endlich!
Katharina Borchardt, SWR, Jury litprom-Bestenliste, www.litprom.de
Schrei nach Freiheit
Die Handlung entwickelt sich zunächst mit der uhrwerkhaften Präzision eines Spionagethrillers. Rasant geschrieben, frech, ruppig und kühl im Ton, detailreich in der Evokation der Militärsphäre, wird das marode und menschenverachtende System der Diktatur geschildert ... Zweifellos hat Hanif großes Erzähltalent. Mit wenigen derben Pinselstrichen kreiert er Szenen von schwarzer Komik und von bitterem Sarkasmus, ohne je in Larmoyanz oder Kitsch abzustürzen ... Die hervorragende, im Ton immer stimmige Übersetzung von Ursula Gräfe trägt entscheidend zum Erfolg bei. Mohammed Hanif, der nach einem Jahrzehnt in England heute wieder in Karachi lebt, ist die scharfe Stimme eines nach einer gerechten, modernen Gesellschaft rufenden Pakistan. Möge sie nicht untergehen.
Martin Kämpchen, Frankfurter Allgemeine Zeitung
Als ehemaliger Luftwaffen-Pilot weiß Mohammed Hanif genau, was die pakistanische Armee im Innersten zusammenhält: nämlich Verrat und Putsch-Gelüste. Dieser Autor hat eine starke Neigung zur Groteske, ein Talent für politische Satire und einen scharfen und illusionslosen Blick für den katastrophalen politischen Kurs, den der Machthaber Zia steuerte. Sein Held Shigri gibt sich als abgebrühter Zyniker, der die pakistanischen Umtriebe und Mordkomplotte mit bösem Grinsen beobachtet und mit bissigen Kommentaren begleitet. Mohammed Hanif konzentriert sich mit genüsslichem Hohn auf den Feinschliff am politischen Detail und auf die hinterhältige Ironie seiner Dialoge - dieser Autor ist ein Virtuose perfider, mehrdeutiger Tonfälle. Dem Großmeister John le Carré ist hier ein beachtlicher Konkurrent erwachsen.
Sigrid Löffler, rbb kulturradio
Von Bomben und Bandwürmern bedroht
Wie Zia ul-Hac gestorben ist, gestorben sein könnte, davon handelt der rasante und hochkomische Roman „Eine Kiste explodierender Mangos", in dem der Autor, der 1965 im Osten Pakistans geborene Mohammed Hanif, allerdings auch davon erzählt, was es heißt, in einer Diktatur zu leben. Es ist eine pechschwarze, streckenweise rabiate und höhnische Satire, die er geschrieben hat. Aber auch als politischer Thriller hat sein Roman einiges zu bieten ... Solange ein Roman wie dieser, so frech und böse, voll unverstelltem Hass auf die korrupte Staatsbande wie die frömmlerischen Menschenfeinde, dort erscheinen kann, ist noch nicht alle Hoffnung für Pakistan verloren.
Karl-Markus Gauß, Falter, www.falter.at
Das ist das Besondere an diesem Roman: Er handelt von den großen, weltbewegenden Dingen und verliert darüber nie den Humor. So schlimm kann es gar nicht zugehen, dass nicht dieser Ton einer bohrend durchdringenden Heiterkeit die politische Realität attackiert. Hanif greift das Regime aber noch auf besonders heimtückische Weise an. Die Männer schneiden katastrophal ab, sie wirken wie wild gewordene Kleinbürger, dumm, niederträchtig und gefährlich. Sie wirken mickrig gegen die wenigen Frauen, die in dieser Männergesellschaft Profil gewinnen.
Anton Thuswaldner, Die Furche
Mit atemloser Komik entblättert Hanif die "wahren" Umstände des Absturzes. Er zeichnet ein Land voller machtgieriger, intriganter Machos, und doch ist sein Roman eine Liebeserklärung an seine Heimat Pakistan.
Fiona Ehlers, KulturSPIEGEL
»Eine Kiste explodierender Mangos« zählt zu den besten Büchern dieses Frühjahres ... eine temporeiche politische Satire, die durch ihre raffinierte Dramaturgie, die Liebe zum Detail und ihren grotesken Humor besticht ... Hanif verflechtet die beiden Erzählstränge mit alternierenden Szenen dermaßen geschickt miteinander, dass man sich dem Sog der Erzählung kaum entziehen kann. Slapstick-Elemente wechseln sich mit grotesken Momenten genauso ab wie mit verblüffenden Wendungen und Passagen, in denen einem das Lachen im Hals stecken bleibt.
Nevfel Cumart, Nürnberger Nachrichten
Es ist zum Heulen, es ist zum Brüllen, es ist atemberaubend: Mohammed Hanif erzählt mit seinem Debütroman eine Anekdote aus Pakistans trauriger Geschichte. Erzählt sie als tagesaktuelles Polit-Drama und haarsträubende Screwball-Comedy zugleich und sorgt damit für einen Knüller ... Man ahnt das ganze weltpolitische Trauerspiel. Aber man hat es selten so turbulent aufgeschrieben erlebt wie in diesem großartigen und großartig übersetzten Roman.
Ralf Dorschel, Hamburger Morgenpost, www.mopo.de
Das aberwitzige Erstlingswerk des pakistanischen Luftwaffenpiloten Mohammed Hanif ist über Nacht zum weltweiten Geheimtipp avanciert und Anwärter auf diverse renommierte Literaturpreise. Obwohl die Geschichte in einem Land spielt, das in den Nachrichten ständig als Schauplatz von Terror und Gewalt vorkommt, ist die Satire über Männer, Macht und Militärs in Pakistan "saukomisch" ...
Jene Stellen, bei denen einem gelegentlich das Lachen im Halse stecken bleibt, geben Hanifs hellsichtigem Roman Gewicht und Tiefe über das reine Lesevergnügen hinaus. Das Buch ist witzig und grausam zugleich, entlarvend und voller dreister Tabu-Brüche.
Jürgen Hanefeld, NDR, www.ndrinfo.de
Ich bügle dir die Wahrheit raus
Mohammed Hanif kennt die Empfindlichkeiten des Abendlandes, zwölf Jahre hat der Journalist in London gearbeitet, seit Kurzem ist er BBC-Korrespondent in seiner pakistanischen Heimat. "Eine Kiste explodierender Mangos" ist sein erster Roman und war im vergangenen Jahr für den Booker-Preis nominiert. Gewonnen hatte ihn mit Aravind Adigas "Weißer Tiger" (ausgerechnet) ein Inder, und man möchte nicht in der Jury gesessen und zu entscheiden gehabt haben, welcher Roman nun wirklich der bessere war.
Matthias Wulff, Die Welt am Sonntag, www.welt.de
Eine sehr komische, sehr intelligente Verschwörungstheorie-Satire, die man auch als auf andere wohlbekannte Scheusale unserer Zeit gemünzt lesen kann und soll. Ein schön verzwirbelter komischer Polit-Thriller mit einer für uns anderen, spannenden und faszinierenden Sicht auf die Welt.
Thomas Wörtche, kaliber 38
Hanif nutzt ein historisches Ereignis, das bis heute nicht aufgeklärt ist, für eine satirische Geschichte, in der er das damalige Militärregime aufs Korn nimmt und die vesrchiedensten Verschwörungstheorien ad absurdum führt. Eine erfrischende politische Satire, respektlos, aber voller Sensibilität für Menschen und ihre Schwächen.
Walter Brunhuber, Buchprofile
Geistreich, elegant und herrlich anarchisch.
John le Carré
Eine leidenschaftliche Satire über Militärdiktaturen ... ein wahrhaft witziges Buch - für mich der amüsanteste Debütroman des Jahres.
The Scotsman
Ein ausgelassener, brillanter, satirischer Debütroman ... Es war mutig von Hanif, über ein Land zu schreiben, das sich mit jeder Minute verändert, doch die Geschehnisse in »Eine Kiste explodierender Mangos« sind heute so nah und bedeutsam wie zu jedem anderen Zeitpunkt. Wenn Zorn die Muttermilch der Satire ist, dann hat Hanif viel davon. Aber selbst dort, wo Hanif überspitzt, schreibt er mit großer Generosität und Tiefe.
Julia Slavin, Washington Post
Mit ausgefeiltem Humor, einer ordentlichen Portion Dramatik und lebendigen Figuren hat Mohammed Hanif eine vielschichtige Satire geschrieben, die auf bewundernswerte Weise ihre Wirkung entfaltet. Hanif benutzt Humor als Köder, nur um uns anschließend in unergründliche Dunkelheit zu führen ... Wie ein meisterhafter Jongleur auf dem Hochseil schafft es Hanif, uns zu unterhalten und uns zu verstören, während er die Bälle (oder sind es Mangos?) in der Luft hält.
Margaret Gunning, The Edmonton Journal
Ali Shigri ist ein auf fesselnde Weise schillernder Erzähler - wissentlich zynisch und jugendhaft naiv zugleich. Weder sein heller Verstand noch seine Familiengeschichte haben es geschafft, ihn auf die Machenschaften eines brutalen Regimes und die Verlogenheit seiner Generäle vorzubereiten. Mohammed Hanif spielt mit Klischees von Sexualität und Heldentum und entwirft dabei geschickt einen menschlichen Antihelden, dessen Mut bequem neben seiner Feigheit Platz findet. Stoisch erduldet er grausame Bestrafungen für ein Verbrechen, das er erst noch begehen wird, eine verschmutzte Toilette aber wirft ihn völlig aus der Bahn ...
In seiner cleveren Einbettung eines historischen Schlüsselmomentes ist »Eine Kiste explodierender Mangos« ein aktuelles Buch, das sorgfältig die Grenze zwischen Licht und Dunkelheit auslotet, bevor es seine gruselige Auflösung erfährt. Kalte Logistik vereint sich mit Aberglaube und Zufall, bis die Präsidentenmaschine Pak One und die Mythen, die das Flugzeug umranken, explodieren. Obwohl Hanifs überzeugender Roman keine wirkliche Erklärung für das besagte Mysterium liefert, zeigt er dennoch durch seinen Einblick in eine Vergangenheit überaus deutlich unsere globale Gegenwart.
Und er bereitet uns die große Freude einer aufregenden, meisterhaften und neuen literarischen Stimme.
Fiona McCann, Irish Times
Hanif hat einen historischen Roman von unheimlicher Aktualität geschrieben.
Robert MacFarlane, The New York Times
Was führte zu dem mysteriösen Flugzeugabsturz im August 1988, bei dem Militärdiktator Zia ul-Haq, mehrere seiner Generäle und der US-Botschafter für Islamabad ums Leben kamen? Dies ist eine der großen, unbeantworteten Fragen der von Gewalt geprägten Geschichte Pakistans. Mohammed Hanifs fabulierende Erzählung stellt sich die Ermordung Zias noch einmal vor und beendet mein langes Warten auf ein unerschrocken witziges und spannendes Buch über mein mitgenommenes und notorisch unwitziges Heimatland. Drei Mordkomplotte (inklusive einer boshaften Variante der »Mango-Theorie«) eifern bis zur letzten spannungsreichen Seite um ihr Angriffsziel. Auf dem Weg skizziert »Eine Kiste explodierender Mangos«, wie Zias zynische Absprachen mit den USA im Afghanistan der 80er Jahre Pakistan in das gefährlich undichte Kondom zwischen Westen und politischem Islam verwandelt haben, das es heute darstellt.
Sara Wajid, New Statesman
Leserstimmen
Mohammed Hanif - Eine Kiste explodierender Mangos
die beste militär/diktatoren/geheimdienst-satire seit catch-22
Was Mohammed Hanif, erst Pilot der pakistanischen Luftwaffe, dann Autor von Theaterstücken und Drehbüchern, jetzt unter anderem Korrespondent der BBC in Karachi, hier geschafft hat, ist eine literarische Sensation. Und ein hinreißendes Buch ...
Es ist die reine Lesefreude gemischt mit Schrecken, Gelächter, Rührung, Verblüffung, Furcht und wieder schallendem Lachen. Es ist ein Roman über die Diktatur, ihre Geheimdienste, ihre Militärs. "Eine Kiste expldoierender Mangos" ist außerdem ein erstklassig konstruierter Thriller über einen real dokumentierten Flugzeugabsturz, bei dem 1988 nicht nur der pakistanische Diktator Zia umkam, sondern auch der US-Botschafter. Die Ursache wurde nie geklärt, ein Schuldiger nie gefunden. Zumindest nicht offiziell.
Beides, Ursache und Schuldigen, liefert jetzt Mohammed Hanif in Form einer brillanten Satire, nach deren Lektüre es mich wundert, dass der Autor (nach zwölf Jahren in London) in Pakistan leben darf. So boshaft, entlarvend, begeisternd ist das Buch ...
"Eine Kiste explodierender Mangos" bietet nicht nur exemplarisch gute Satire über ein immer aktuelles Thema. Der Roman von Mohammed Hanif ist einfach grandioser Lesestoff.
Anne von Blomberg, www.readme.de


