Pressestimmen

Ngugi wa Thiong’o - Träume in Zeiten des Krieges

Ein großartiges, erstklassig geschriebenes Buch.

Mario Scalla, Hessischer Rundkunk, Mikado, www.hr-online.de

Platz 1 der litprom-Bestenliste WELTEMPFÄNGER 9/2010

Ngugis Memoiren scheinen die Vermutung zu bestätigen, dass große Literatur immer wieder entsteht, wenn die Leidenschaften der Kindheit zu neuem Leben erweckt werden. Vergleichbar mit Soyinkas „Aké" werden anhand der eigenen Kindheitsgeschichte die großen afrikanischen Themen erzählt: Kolonialisierung und Rebellion, Tradition und Moderne sowie der Streit um die rechte Sprache.

Ilija Trojanow, Jury der litprom-Bestenliste Weltempfänger

Geschichte(n) erzählen kann Ngugi wa Thiong\'o meisterhaft.

Ngugi wa Thiong'o beschreibt das 20. Jahrhundert aus der Perspektive eines Kindes und Jugendlichen mit all seinen Absurditäten und Grausamkeiten. Sein Erzählton ist humorvoll und gelassen. Während seine Bühnenstücke häufig sehr didaktisch sind und seine frühen Romane und Essays strenge Kritik am Bestehenden äußern, bleibt er in seinen Erinnerungen versöhnlich und gleicht einem Großvater, der seinen Zuhörern eindrucksvoll, mit großer Ruhe und Anschaulichkeit aus lang vergangenen Zeiten erzählt. Die eigene Person tritt dabei in den Hintergrund, um die gesamtgesellschaftliche Situation in Kenia zu verdeutlichen. Das Buch ist ein Meisterstück, das zum Verweilen und Nachdenken einlädt.

Birgit Koß, DeutschlandRadio, www.dradio.de

Freiheitsdurst und Bildungshunger

Ngugi wa Thiong'os Lebensgeschichte ist ein nachgerade klassisches Stationendrama des afrikanischen Intellektuellen im 20. Jahrhundert ... Wie es der Titel schon andeutet, wird dem konfliktgeladenen Kontext des Befreiungskampfes im Memoirenband breiter Raum gegeben; dazwischen schieben sich die Skizzen einer Kindheit, die immer wieder den Blick auf traditionelle und moderne Lebensformen öffnen, auf die Hoffnungen einer passionierten jungen afrikanischen Elite und auch auf die Kluft, die der Kampf der Mau-Mau gegen die Kolonialherrschaft innerhalb der einheimischen Bevölkerung aufriss.

Angela Schader, Neue Zürcher Zeitung, www.nzz.ch

Das 20. Jahrhundert wird aus der Perspektive eines Kindes und Jugendlichen in all seiner Absurdität und Grausamkeit präsent. Ngugi wa Thiong'os gelassener und humorvoller Erzählstil macht diese Autobiographie zu einem eindringlichen Leseerlebnis. Die Beharrlichkeit, mit der er seinen Traum von Bildung verwirklicht, korrespondiert mit der konsequenten poetischen Erzählweise. Dass der unvergleichlich poetische Ton des Autors nicht verloren gegangen ist, ist der Übersetzung von Thomas Brückner zu verdanken. Mit diesem großartigen Werk verortet sich Ngugi wa Thiong'o in der Welt. E erzählt nicht nur von sich, er erzählt von all jenen, deren Stimme nicht gehört wird.



Lisa Ndokwu, Afrikanet, www.afrikanet.info

Ngugi wa Thiong'o, der jüngst als Kandidat für den Literaturnobelpreis im Gespräch war, geht es darum, zu zeigen, wie die Werte der Humanität eine Zeit der Grausamkeit, des Zweiten Weltkriegs und des Neokolonialismus, überdauern - und sich Bahn brechen ... Ruhig und sachlich, versöhnlich und anschaulich fließt seine Erzählung dahin. So nutzt er dieses Genre nicht zu einer Selbstbeschau, sondern spricht fast großväterlich von früher. Und er weiß damit die Leser gebannt hinter sich, die mit diesem Stück Literatur in eine ferne, fremde und eine dabei doch, wie sich zeigt, so nahe Welt eintauchen. Meisterlich eben.

Manfred Loimeier, Mannheimer Morgen, www.morgenweb.de

Nobel

Arithmetik und die Tipps der weltweiten Literaturnobelpreis-Wettfreunde haben uns kurzzeitig das Hirn vernebelt. Mario Vargas Llosa, Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels von 1996 und seit Jahren im Kandidatenkreis für die einträglichste Literaturauszeichnung der Welt (umgerechnet 1,1 Million Euro), war eine so naheliegende Wahl, dass sie am Ende völlig aus dem Blick geriet ... Der letzte lateinamerikanische Preisträger war 1990 der Mexikaner Octavio Paz, die Älteren unter uns erinnern sich ... Allerdings war der letzte schwarzafrikanische Preisträger Wole Soyinka (1986) und die letzte Lyrikerin Wislawa Szymborska (1996). Darum hatte manche Redaktion bereits Kenner des Werkes des koreanischen Lyrikers Ko Un und des kenianischen Romanciers Ngugi wa Thiong'o in der Hinterhand ... Im Falle Thiong’os, dessen Lebenserinnerungen gerade bei A1 erschienen, führte das in den vergangenen zwei Tage gewiss zu einem Absatzboom. In gut sortierten Buchhandlungen standen schon kleine Stapel bereit. „Träume in Zeiten des Krieges“ ist ein beschämend eindrucksvolles Buch. Thiong’o zitiert auf den ersten Metern Victor Hugo, Brecht, T.S. Eliot. Er kennt sich aus, wir sind es, die keine Ahnung haben.

Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau, www.fr-online.de

Mit seinen Erinnerungen „Träume in Zeiten des Krieges", führt Ngugi wa Thiong'o in das Dorf seiner Kindheit und zurück in die Kolonialzeit. Rasch wird begreiflich, warum ein Mann, der dank Begabung, Fleiß und geradezu erschreckendem Mut sich Weltbedeutung verschafft hat, auf Nähe zu denen besteht, aus deren engem Kreis er herausgewachsen ist.

Rainer Hartmann, Kölner Stadtanzeiger, www.ksta.de

Das Buch „Träume in Zeiten des Krieges" des literarischen Giganten Ngugi wa Thiong'o beweist eindrücklich, dass Erinnerungen nicht nur die Vergangenheit beleuchten, sondern vor allem ungemein inspirierend für die Gegenwart sein können ... Bewegend, ehrlich und informativ erzählt dieses Buch auch über den Einfluss von Geschichten, die Tradition des Geschichtenerzählens und nicht zuletzt über die Menschen, die diese Geschichten erzählen. Es erinnert uns daran, dass jede Generation, wie stark auch immer sie heimgesucht wird, träumen kann, um die Welt zu verändern.

Margaret Busby, The Independent

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