Dombuk, Schuumur und Gulundshaa, drei Lebens-Wege in Galsan Tschinags großer Erzählung vom »Ende des Liedes«, in der Ausdruckskraft und poetischer Reiz des in deutscher Sprache schreibenden Dichters aus dem Altai fremd-vertraute Schichten eigener Erinnerung berühren. Das Denken in Bildern archaisch schlichter Schönheit, Anrufung, Opfer und kultische Verehrung der beseelten Natur ist lyrisch epischer Gesang auf ein einfaches, hartes Leben, ein Nomadenlied, über das sich fünffache Seide spannt, - ein Regenbogen. Eine Parabel mit aufschließender Symboltiefe für das Leben des Menschen, nicht nur von Dombuk, Schuumur und Gulundshaa.
Die Schönheit der Erzählung wächst aus der Kraft ihrer Bilder. Ich kenne keinen Schriftsteller, der zur Zeit so genau wie Galsan Tschinag den Strom einer Erzählung in fast schmerzhafte Stromschnellen verwandeln kann, um ihn dann wieder idyllisch dahinfließen zu lassen. Lesend erleben wir das Schicksal des kleinen Volkes der Tuwa, überleben seinen Untergang und verwandeln uns aus der vieltausendjährigen Zeit, in der wir ein Teil der Natur waren, wieder zurück in Stadtmenschen, die sich erinnern ... Dass Galsan Tschinag die deutsche Sprache zu seiner Erzählsprache machen konnte, ist ein Glück für die deutsche Literatur, vielleicht für die Weltliteratur.
Hark Bohm/DIE ZEIT
Nicht nur die Handlung und die exotische Umgebung machen den Reiz dieser Erzählung aus, sondern vor allem die Kraft der Bilder, die leichthin fließende Sprache.
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