Pressestimmen

Volker Derlath, Norbert C. Kaser - herrgottswinkel

»herrgottswinkel« ist ein Buch, das gleich in mehrerlei Hinsicht Grenzen überschreitet. Es verbindet Lyrik und Fotografie, Ernst und Ironie, einen lebenden Fotografen und einen toten Dichter - und es ist im Hier und Jetzt beheimatet, auch wenn es von einem Jenseits handelt.

taz

Einen gnadenmäßigen Band schenkt uns der A1 Verlag: Herrgottswinkel mit Gedichten von Norbert C. Kaser und Volker Derlath mit einer schnittigen Einladung von Georg Maria Roers SJ ... Volker Derlath hat dazu nüchterne, unverkünstelte Schwarzweißfotos gestellt, lauter Winkel voller Herrgott, die wir leicht übersehen hätten. - Ein Exerzitienbüchl.

Wilhelm Pauli, Kommune

Einige der kraftvollsten Gedichte Norbert C. Kasers bringt der A1 Verlag heraus. Die Idee dazu hatte der an Welt und Kirche nicht völlig verzweifelte Münchner Fotograf Volker Derlath. Er stellte Kasers Zeugnisse rauschhafter Wut eigenen, eher nüchtern beobachtenden, mitunter humorvollen Fotografien gegenüber ... Das Kreuz, so lernt man in dem Band, vereinigt Gegensätze. Himmel und Erde, Leben und Tod, Freude und Trauer. Es ist ja so: Was zwei Balken schaffen, das sollte einem selbst nicht unmöglich sein.

Martin Zips, Süddeutsche Zeitung

Der Münchner Fotograf Volker Derlath, der es wie kaum ein Zweiter versteht, mit seiner Kamera Geschichten zu erzählen, lotet auf seine unorthodoxe Weise den Stellenwert von Religion in unserer Gesellschaft aus. Der Clou ist, dass Derlaths Fotos trefflich mit den Gedichten des weitgehend unbekannten und 1978 verstorbenen Autors Norbert C. Kaser kommunizieren.

Mathias Kuhn, Go Magazin

Die Bilder mit den präzisen Beobachtungen Volker Derlaths nehmen gefangen, haben die Rezensentin in die Zeit ihrer Kindheit zurückversetzt, wo all die Herrgottswinkel große Bedeutung hatten. Überall im Alltag Begegnungen mit einem Gott, vor allem als Gekreuzigtem, rufen beklemmende Gefühle wach. Selbst die Aussage »Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt!« an der Wand einer Parkgarage kann diese Beklemmung nicht ganz lösen. Und doch besteht immer noch eine große Anziehungskraft, vor allem das Bild von Herz Jesu und daneben das Gedicht »Schöne Tage« weckt Erinnerungen an schöne Tage, eine unbeschwerte Kindheit, Glaube und Geborgenheit ohne Wenn und Aber.
Immer wieder das Kreuz als Symbol, dazwischen ein Engel und neben jeder Fotografie ein Gedicht Norbert Kasers. Eine Zwiesprache zwischen Wort und Bild - intensiv, einprägsam, eindringlich und oft unberechenbar. Feine Beobachtungen und die Sensibilität des Dichters erschaffen mit wenigen Worten bildhafte Szenen. Er deutet auf vieles nur hin, erzählt eher zwischen den Zeilen, wo dennoch allerlei hör- und vor allem fühlbar wird. So wie die Hingabe an die Natur, das Staunen, der Wunsch eins zu sein mit ihr, und dann immer wieder Wut, Anklage, Verzweiflung und bitterer Sarkasmus gegenüber der Borniertheit in seiner Südtiroler Heimat. Hoffnungslosigkeit macht sich streckenweise breit, Lichtblicke trösten, und ein Bild prägt sich ganz tief im Herzen ein, jenes mit dem Spruch »Verzeihen ist die beste Rache«, den Norbert Kaser in seinen Gedichten aber immer wieder ad absurdum führt.
»herrgottswinkel« - ein sehr intensives Buch, das neben der sprachlichen Brillanz Norbert Kasers und neben den eindringlichen Bildern Volker Derlaths als Anregung dienen kann, sich mit der Religion im Alltag und den eigenen religiösen oder spirituellen Erfahrungen auseinander zu setzen.

Margarete Wais, sandammeer

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