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Pressestimmen
Yang Mu - Patt beim Go
In der Welt der Verse
Go ist der japanische Name für ein aus China stammendes Brettspiel, bei dem es darum geht, durch das Bilden von Ketten einen möglichst großen Raum zu besetzen und die Steine des Gegners zu umzingeln. Da jeder Spieler über 180 Steine verfügt, verlangt das Spiel eine ständige Konzentration auf die 361 strategischen Punkte, die in Beschlag genommen werden können.
»Die schwarzen und die weißen Steine
leisten träge Widerstand, rücken voneinander ab,
Gestalt annehmend oder formlos, gedankenvoll oder fühllos
wie das Diamant-Sutra.«
Es ist wohl ein zu karges Lob, wenn die Kritik einen Dichter, der, wie jedes Zeichen, jeder Atemhauch, jeder Pinselstrich bezeugt, aus China stammt, der aber auch in den Vereinigten Staaten lebt und sich der westlichen Kunst nie verschlossen hat, als »bikulturell« bezeichnet. Die Rede ist von einem der wohl größten lebenden Poeten Chinas, dem 1940 in Hualian auf Taiwan geborenen Wang Jingxian, der den Dichternamen Yang Mu trägt ...
Yang Mu ist wie nur ganz wenige Chinesen prädestiniert, sich diese verschiedenen Kulturen so anzueignen, dass sie in seinem Werk aufgehoben werden wie die Farbpigmente, die ein großes Gemälde ausmachen. Als Kind wuchs er mit drei Sprachen auf, wurde vom Naheliegenden seiner Heimat genauso geprägt wie vom Fernliegenden der chinesischen Klassik ... In der Welt der Verse, der Prosa und auch der Versdramen ist er überall zu Hause, bei Pindar, bei Goethe, bei Gawain und Yeats. Als Gelehrter und als Kollege, davon legen zahlreiche Gedichtbände beredtes Zeugnis ab. Warum die meisten bislang nur auf Chinesisch erschienen, werden uns irgendwann einmal die Literaturhistoriker verraten müssen ...
Vermutlich kennen nur chinesische Gelehrte den richtigen Ton, um die Übertragerinnen ihrer Kunst so zu loben, dass nicht der Eindruck von knatternden Fahnen entsteht. Hier sei vermerkt, dass Susanne Hornfeck und Wang Jue ein wunderbares Werk gelungen ist. Man muss auch den Kalligraphen Chu Ko preisen, der die Titelseite des Buches gestaltete. Und den Hersteller. Und den Verleger.
Ein Buch aus China über die Welt und ohne Chinoiserie.
Tilman Spengler, Listen


