Pressestimmen
... seine Autobiografie hat etwas von einer Geschichte der Nachkriegsliteratur - aus der Nähe geschrieben.
Marina Aschenbach, Freitag
Da geht einer in weiten Teilen schonungslos mit sich selbst um, verzichtet auf Eitelkeit, prüft seine Empfindlichkeit, überschreitet Schmerzgrenzen. Passagen über erfolgreiche Einmischungen in politische und literaturbetriebliche Belange wechseln wie selten in Biographien, mit Reflexionen über das Durchhaltevermögen des bedrängten Subjekts und Zugeständnissen über das eigene Versagen. So vermittelt sich dem Leser glaubhaft ein redlicher Mensch, der viel Lebenskraft in die Hilfe für andere investiert hat.
Dankbarkeit gegenüber Dieter Lattmann zu empfinden, haben indes Generationen von jungen Künstlern allen Grund. Ohne das hartnäckige Engagements dieses Schriftstellers, der nur zu genau wusste, was das für ein »merkwürdiger, benachteiligter Beruf« (Böll) ist, hätten es zahllose freie Autoren, Maler, Musiker und Bühnenkünstler heute noch schwerer.
Lattmann beschreibt eindringlich Begegnungen mit Kollegen und politischen Weggefährten, darunter Ingeborg Bachmann, Heinrich Böll und Ingeborg Drewitz oder mit Willy Brandt, Heinrich Alberts und Gustav Heinemann. Dem unlängst zu seinem 80. Geburtstag zum Ehrenvorsitzenden des VS ernannten, darf man in seinem Buch so etwas wie Altersweisheit attestieren ... ein Buch gegen Resignation, ein Plädoyer für ein selbstbestimmtes Leben.
Daniela Dahn, Neues Deutschland
Es gibt nur einige Personen im öffentlichen Raum, die in der Lage sind, künstlerisches Arbeiten mit politischen Ambitionen und Ämtern zu verknüpfen. Dieter Lattmann hat diesen Spagat ein leben lang zu halten gesucht. An diesem Mann, der so viel erlebt und so Entscheidendes für die politische Verfasstheit unserer Gesellschaft bewirkt hat, beeindruckt der geradlinige, unprätentiöse Gestus bis heute.
Der unaufdringliche Erzählstil des Autors spiegelt sein stets authentisch wirkendes gesellschaftspolitisches Bemühen um eine sachliche Auseinandersetzung, die bei aller Sympathie für den Zweifel und den Zwischenruf nicht vergisst, wo Ideologie und Dogmatismus die Menschlichkeit zu verdrängen suchen.
Thomas Kraft, Stuttgarter Zeitung
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