Mit seinen Photonovellen »Das Glück« (1994), »Die Liebe« (1996) und »Der Tod« (2006) schuf Günter Herburger ein eigenes Genre. Die Verbindung von Text und Bild als grundlegenden Aspekt des Erzählens aufreifend, stellte er eigenen Fotografien poetisch verdichtete Prosaminiaturen an die Seite. Die Bücher dieser Ausgabe wurden vom Autor handschriftlich signiert und in einem bibliophilen Schuber zusammengefasst.
Herburgers Opus »Der Tod« bildet den Abschluss seiner »Trilogie der Verschwendung«, dreier wunderbarer Mikro-Foto-Romane, die er seit 1994 gleichsam als ästhetische Intermezzi zwischen seinen monumentalen Lauf-Büchern vorgelegt hat.
Mit einer gewöhnlichen Kleinbildkamera gelingen dem Autor auratische Momentaufnahmen, die stets ein Geheimnis bergen. Vor Wasserpfützen, bizarren Steinformationen, prähistorischen Menhiren, alten Kirchen, Gehöften, Ruinen oder in menschenleeren Landschaften hält der Wanderer und Läufer inne, um den vergänglichen Augenblick festzuhalten. Die kurzen Begleittexte zu den Fotos sind nicht bloß illustrative Notate, sondern subtil geformte Prosaminiaturen und »Romane in Pillenform«, wie sie einst der italienische Erzähler Giorgio Manganelli, eine Vorbildfigur Herburgers genannt hat.
In der Tod unternimmt Herburger »eine Reise ohne Ende«, die ihn zuerst nach Manhattan und Los Angeles, später dann zu Grabstätten und Wüstenschlössern in Jordanien und am Ende wieder ins heimatliche Allgäu führt.
Man ist immer wieder bezaubert von Herburgers Beobachtungsgabe, von seinen Entdeckungen im Unscheinbaren und Entlegenen.
Michael Braun, Neue Zürcher Zeitung
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