Pressestimmen
Zu seinen schönsten Büchern gehören neben den Lauf-Chroniken die wunderbaren Mikro-Fotoromane, die er seit 1994 in drei Folgen vorgelegt hat. Vor Wasserpfützen, bizarren Steinformationen, prähistorischen Menhiren, alten Kirchen, Gehöften oder Ruinen hält der Läufer inne, entziffert die Schrift der Natur und strickt daraus in kurzen Begleittexten anrührende Märchen und Legenden.
In diesem Frühjahr legt Herburger im Münchner A1 Verlag den Abschlussband seiner »Photonovellen« vor, sein großes Lebensresümee: »Der Tod«. Bereits in »Schlaf und Strecke« wurde der Erzähler von Todesahnungen heimgesucht. Herburgers Alter Ego fürchtet, das Gleichgewicht zwischen Schreiben und Leben verloren zu haben und kriecht im Hungertaumel in eine Rhododendron-Hecke. Aber dann kehrt der über 70-Jährige doch auf die Strecke zurück und erreicht das Ziel, wo schon alle Aufbauten weggeräumt sind und die Zeittafel gelöscht ist. Das läuferische und poetische Beharrungsvermögen des Schriftstellers Günter Herburger ist einzigartig in der deutschen Literatur.
Michael Braun, Badische Zeitung
Seit 1983 nimmt der Schriftsteller an Marathon- und Ultramarathonläufen rund um den Globus teil und hat inzwischen auch drei Laufbücher vorgelegt, die sozusagen die literarischen Funde und Trouvaillen von den verschiedenen Strecken präsentieren und zudem poetologisch überzeugend die Zusammenhänge von Laufen und Schreiben beschreiben.
Der Text-Bildband »Der Tod« ist der dritte und abschließende Band einer Trilogie aus dem Münchner A1 Verlag, in dem Herburger seine Eindrücke von Reisen - gewiss solchen, die Laufzwecken gedient haben - zum Ausdruck bringt. Es geht ihm um nicht mehr und nicht weniger darum, basale existenzielle Erfahrungen und Gefährdungslagen, Glück, Liebe und Tod, in Arrangements zu bringen, die zu selbst aufgenommenen Fotografien kleine, nicht mehr als achtzeilige, aus zwei, drei Sätzen bestehende lakonische Texte anbieten.
Dabei sollte diese Kurz- und Kürzestprosa nicht bloß als Erläuterung oder Kommentierung der Bilder verstanden werden, sondern ebenso wie z.B. Wilhelm Genazinos Postkartenbuchtexte (Aus der Ferne) als weiterführende Reflexion, als Anlass und Auftakt für andere und weitere Texte und Erzählungen, mithin als unerschöpfliches Materialdepot.
Werner Jung, Frankfurter Rundschau
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