Pressestimmen

Jürgen Heckel - sich das Leben nehmen

Aufrichtig und konkret

Heckel schönt nicht, verklärt nicht, zeigt zu keiner Zeit die Absicht, den Abstinenzler zum kathartischen Weisen zu erheben. Pathos liegt ihm fern. Es scheint dem 62-jährigen in der Hauptsache darum zu gehen, zu sagen, was ist, vor, im und nach dem Delir. So provoziert man Wahrnehmung ... Mit Hilfe von Philosophie, Literatur und Naturwissenschaft tastet der Diplom-Bibliothekar nach den Ursachen dieser Krankheit, in der eigenen Biografie ebenso wie in der seiner Mitpatienten. Die Symptome sind zahllos und doch bleibt als Diagnose das nüchterne Konzentrat: »Alkoholismus ist die Nicht-Gestaltung des Lebens.«
Bei einer ebenso komplexen wie eloquenten Analyse der Sucht fällt auch ein Schatten auf die Menschen im Umfeld des Säufers, die soziokulturellen Zusammenhänge, die das öffentliche Trinken viel eher goutieren als das weicheierige Beim-Glas-Wasser-bleiben.
Dem vermeintlichen Guten des sich Zuschüttens räumt Heckel auch einen Platz ein, erinnert sich des Runterkippens bis zur »schmerzfreien Behaglichkeit«. Ohne Stoff seien für ihn Emotionen und Hoffnungen nicht verfügbar gewesen. 30 Jahre lang war das so. Seit 17 Jahren ist er trocken. Kein Grund zur Euphorie - Heilung exklusive. Aber zur aufrichtigen, manchmal durchaus auch satirischen Gebrauchsanweisung für andere. In die mündet dieses Werk, das mit seinen vielseitigen konkreten Ratschlägen zum Nachschlagewerk für Aussteiger und Angehörige werden könnte.

Andrea Schlaier, Süddeutsche Zeitung

Bewegend und nüchtern aufklärend

»Herr Alk wohnt in meinem Haus« heißt ein Unterkapitel dieses hervorragenden, informativen und deutlich den Alkoholismus als Krankheit beschreibenden Buches. Der Autor schreibt auf dem Hintergrund seiner eigenen Lebensgeschichte als »trockener« Alkoholiker. Was er schreibt, ist daher ein bewegendes, zugleich aber auch nüchtern aufklärendes Buch ... Das Krankheitsbild Alkoholismus wird sehr anschaulich und für alle Betroffenen, auch aus dem Umfeld eines Alkoholkranken, nachvollziehbar dargestellt.

Frank Müller, Buchprofile

Einfach und doch beredt, bisweilen nah an Poesie, hat Heckel den Krimi seines Lebens geschrieben. Von der ersten Minute an spannend und erschreckend echt, rechnet er mit sich selbst und der Gesellschaft ab. Nicht zynisch und voller Selbstmitleid, sondern offen für alles - und nach vorne orientiert ... Das Buch strahlt über weite Strecken die Kraft eines Romans aus. Fakt ist, es empfiehlt sich für jedermann - auch für Frauen. Für Alkoholiker, Antialkoholiker und alle die glauben, irgendwo dazwischen zu sein.

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