News
Eintrag vom 23.01.2012
Wir trauern um Curt Meyer-Clason
Am Freitag, den 13. Januar 2012, ist unser Autor und Freund, der Übersetzer und Schriftsteller Curt Meyer-Clason im Alter von 101 Jahren in München gestorben. Curt Meyer-Clason galt als einer der wichtigsten Übersetzer und Vermittler lateinamerikanischer, portugiesisch- und spanischsprachiger Literatur im deutschsprachigen Raum.
Am 19. September 1910 in Ludwigsburg geboren, arbeitete er zunächst als Kaufmann in Bremen, ab 1936 in Argentinien und Brasilien. Erst 1955 kehrte er nach Deutschland zurück, um als freier Verlagslektor, Schriftsteller und Übersetzer (u.a. von Gabriel García Márquez, Pablo Neruda und Jorge Luis Borges) zu arbeiten.
Von 1969 bis 1976 – in den letzten Jahren der Salazar/Caetano-Diktatur und des Übergangs des Estado Novo zur Dritten Republik – war er Leiter des Goethe-Instituts in Lissabon.
Curt Meyer-Clason wurde als korrespondierendes Mitglied in die Academia Brasileira de Letras gewählt und erhielt für sein Lebenswerk zahlreiche Auszeichnungen, u.a. 1975 den Übersetzerpreis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und 1996 das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse.
Foto: © Isolde Ohlbaum
Nachrufe auf Curt Meyer-Clason:
Deutschlandradio Kultur
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/kulturheute/1654965/
Süddeutsche Zeitung
http://www.sueddeutsche.de/h5Y38y/426435/Ueberbordend.html
CULTurMAG
http://culturmag.de/litmag/zum-tod-des-ubersetzers-curt-meyer-clason/43181
Eintrag vom 20.09.2010
Wir gratulieren unserem Autor Curt Meyer-Clason zum 100. Geburtstag
.jpg)
Unser Autor, der Übersetzer und Schriftsteller Curt Meyer-Clason, ist am 19. September 2010 100 Jahre alt geworden.
Curt Meyer-Clason wurde als korrespondierendes Mitglied in die Academia Brasileira de Letras gewählt und erhielt für sein Lebenswerk zahlreiche Auszeichnungen, u.a. 1975 den Übersetzerpreis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und 1996 das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse.
Würdigung Curt Meyer-Clasons finden Sie u.a. hier:
www.dradio.de/dkultur/sendungen/kalenderblatt/1271059/
www.goethe.de/kue/lit/slt/de6523218.htm
www.buchmarkt.de/content/43642-curt-meyer-clason-100-.htm
Foto: © Isolde Ohlbaum
Eintrag vom 11.08.2008
Mahmoud Darwish gestorben
Wir trauern um unseren Autor Mahmoud Darwish, der am Samstagabend überraschend im Alter von 67 Jahren gestorben ist.
Darwish wurde 1941 im Dorf al Birwe bei Akko (Palästina) geboren. Er flüchtete 1948 in den Libanon und kehrte nach der Gründung des Staates Israel zurück. In Haifa arbeitete er als Chefredakteur der arabisch-kommunistischen Zeitung »Al-Ittihad«. Nach mehreren Inhaftierungen verließ er Israel und ging 1970 ins Exil. Er lebte in Moskau, Kairo, Beirut und Paris, zuletzt in Amman und Ramallah.
1987 wurde Darwish in den Zentralrat der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO von Jassir Arafat gewählt, war 1988 Mitverfasser der Proklamation des Palästinensischen Staates, trat aber 1993 aus Protest gegen die Unterzeichnung der Osloer Friedensabkommen aus der Organisation aus. 2003 erhielt er den Remarque-Friedenspreis der Stadt Osnabrück.
Darwish galt als einer der herausragenden Dichter in der arabischen Welt und als die poetische Stimme des palästinensischen Volkes. In den vergangenen Jahren wurde er immer wieder als Kandidat für den Nobelpreis gehandelt. Seine Gedichtbände sind in mehr als 30 Sprachen übersetzt.
Wie kein anderer Intellektueller des Nahen Ostens hat Darwish es geschafft, zugleich Dichter von Arabern und Juden zu sein. 2007 trat er das erste Mal wieder in Israel auf.
„Darwishs früher Tod ist eine Tragödie“, sagte der jüdisch-israelische Autor Yoram Kaniuk gegenüber dem WDR „Wir verlieren seine Magie, seine Gedichte. Wir verlieren einen nationalen Dichter, der ein ganzes Volk inspiriert hat. Es gab andere Dichter, aber die haben die Menschen lange nicht so berührt wie er. … Jeder Teil von Darwish hat das Land berührt. Er fühlte die Erde, die Olivenbäume, die Trauben – es war das Land, das er geliebt hat, in dem er aufgewachsen ist.“
Er starb am 9. August 2008 an den Komplikationen nach einer Herzoperation in einem Krankenhaus in Houston/Texas.
Gemeinsam mit dem syrischen Übersetzer und Lyriker Adel Karasholi trauern wir um den Poeten und Freund Mahmoud Darwish.
An einem Tag wie diesem
An einem Tag wie diesem, im versteckten Winkel
Der Kirche, in einer Pracht vollkommener Weiblichkeit
Im Schaltjahr, in der Begegnung des ewigen Grüns
Mit dem Marineblau dieses Morgens, der Begegnung
Des Inhalts mit der Form und des Sinnlichen
Mit dem Mystischen unter einem üppigen Weinspalier
Im Schatten eines kleinen Vogels
Der das Bild strafft des Sinns, und an diesem
Beseelten Ort werde ich
Meinem Ende begegnen und meinem Beginn
Und sagen: Wehe euch beiden! Nehmt mich und lasst
Heil das Herz der Wahrheit für die hungrigen Schakale
Und sagen: Ich bin kein Bürger
Bin Einwanderer nicht
Und ich will nur dies
Nur dieses Eine:
Einen einfachen ruhigen Tod
An einem Tag wie diesem
Im versteckten Winkel der Lilien
Vielleicht entschädigt er mich ein wenig
Für ein Leben, das ich zählte
Minute für Minute
Weggang um Weggang
Nur einen Tod im Garten will ich
Nicht mehr und nicht weniger
Unter www.lyrikline.org können Sie die Stimme Mahmoud Darwishs im Original hören und seine Gedichte nachlesen.
Eintrag vom 29.05.2008
200 Jahre Kunstakademie München
Anlässlich des 200-jährigen Bestehens hat Wolfgang Kehr, ein echter Kenner der Akademiegeschichte, das Buch »Geschichte der Kunstakademie München in Bildern« geschrieben.
Mehr zu den am 29.05.2008 startenden Feierlichkeiten zum 200-Jährigen finden Sie hier: Programm

