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Eintrag vom 29.05.2009

A1 Verlag auf Platz eins und Platz zwei der neuen Weltempfänger-Bestenliste 3/2009

Gleich zwei Bücher des A1 Verlags wurden in die neue litprom-Bestenliste Weltempfänger gewählt. Auf Platz 1 der fulminante Roman „Eine Kiste explodierender Mangos" von Mohammed Hanif und auf Platz 2 „Der Würfelspieler", das letzte Gedicht des im vergangenen Jahr verstorbenen palästinensischen Dichters Mahmoud Darwish.

Die Jury: Ilija Trojanow (Vorsitz), Katharina Borchardt (SWR), Anita Djafari (litprom), Andreas Fanizadeh (taz), Karl-Markus Gauß, Navid Kermani, Kristina Pfoser (ORF), Arno Widmann (FR) und Thomas Wörtche.

Die Weltempfänger-Bestenliste ist eine Initiative von litprom, der Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika e.V., und wird unterstützt von den Medienpartnern Falter, Frankfurter Buchmesse, Frankfurter Rundschau, Deutschlandradio Kultur und taz.

1. Mohammed Hanif. Eine Kiste explodierender Mangos [Pakistan)
Aus dem Englischen von Ursula Gräfe. A1 Verlag

1988 kam der pakistanische Präsident Mohammed Zia-ul-Haq bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Bis heute ist die Absturzursache ungeklärt, und es ranken sich unzählige wirre Verschwörungstheorien um das Unglück. Hanif fabuliert in seinem Roman noch eine weitere verrückte Ursache hinzu. Ein geistreicher und witziger Roman über eine unselige Zeit, in der die Wiedereinführung der Scharia und der moderne Dschihadismus wurzeln. Lachen mit und über Pakistan - endlich! (Katharina Borchardt)

2. Mahmoud Darwish. Der Würfelspieler [Palästina]
Aus dem Arabischen und mit einem Vorwort von Adel Karasholi.

Vor einem Jahr ist er gestorben, aber mit diesem großen Poem ist er unsterblich geworden: Mahmoud Darwish, der palästinensische Dichter, nimmt Abschied, in den wuchtigen und subtilen Versen einer radikalen Selbstbefragung, die als Lobpreis des Lebens endet. (Karl-Markus Gauß)





Die vollständige Liste finden Sie unter http://www.litprom.de/

Eintrag vom 24.09.2008

Weltweite Lesung in memoriam Mahmoud Darwish am 5. Oktober 2008

Das internationale literaturfestival berlin ruft zu einer weltweiten Lesung von Gedichten Mahmud Darwischs am 5. Oktober 2008 auf. Mit den damit verbundenen Veranstaltungen soll das Werk des Dichters, aber auch sein Einsatz für eine friedliche und gerechte Koexistenz zwischen Arabern und Israelis gewürdigt werden. Der Aufruf richtet sich an Kulturinstitutionen, Radiostationen, Schulen, Universitäten, Theater und alle interessierten Personen weltweit.

Der Aufruf wurde u.a. unterzeichnet von Tariq Ali/Pakistan, Margaret Atwood/Kanada; Daniel Barenboim/Argentinien/Deutschland, Breyten Breytenbach/Südafrika, Dilip Chitre/Indien; John M. Coetzee/Südafrika, Nuruddin Farah/Somalia, Nadine Gordimer/Südafrika, Seamus Heaney/Irland, Elfriede Jelinek/Österreich; Adel Karasholi/Syrien/Deutschland, Wole Soyinka/Nigeria

Nähere Informationen finden Sie hier

Eintrag vom 11.08.2008

Mahmoud Darwish gestorben

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Wir trauern um unseren Autor Mahmoud Darwish, der am Samstagabend überraschend im Alter von 67 Jahren gestorben ist.

Darwish wurde 1941 im Dorf al Birwe bei Akko (Palästina) geboren. Er flüchtete 1948 in den Libanon und kehrte nach der Gründung des Staates Israel zurück. In Haifa arbeitete er als Chefredakteur der arabisch-kommunistischen Zeitung »Al-Ittihad«. Nach mehreren Inhaftierungen verließ er Israel und ging 1970 ins Exil. Er lebte in Moskau, Kairo, Beirut und Paris, zuletzt in Amman und Ramallah.

1987 wurde Darwish in den Zentralrat der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO von Jassir Arafat gewählt, war 1988 Mitverfasser der Proklamation des Palästinensischen Staates, trat aber 1993 aus Protest gegen die Unterzeichnung der Osloer Friedensabkommen aus der Organisation aus. 2003 erhielt er den Remarque-Friedenspreis der Stadt Osnabrück.

Darwish galt als einer der herausragenden Dichter in der arabischen Welt und als die poetische Stimme des palästinensischen Volkes. In den vergangenen Jahren wurde er immer wieder als Kandidat für den Nobelpreis gehandelt. Seine Gedichtbände sind in mehr als 30 Sprachen übersetzt.

Wie kein anderer Intellektueller des Nahen Ostens hat Darwish es geschafft, zugleich Dichter von Arabern und Juden zu sein. 2007 trat er das erste Mal wieder in Israel auf.

„Darwishs früher Tod ist eine Tragödie“, sagte der jüdisch-israelische Autor Yoram Kaniuk gegenüber dem WDR „Wir verlieren seine Magie, seine Gedichte. Wir verlieren einen nationalen Dichter, der ein ganzes Volk inspiriert hat. Es gab andere Dichter, aber die haben die Menschen lange nicht so berührt wie er. … Jeder Teil von Darwish hat das Land berührt. Er fühlte die Erde, die Olivenbäume, die Trauben – es war das Land, das er geliebt hat, in dem er aufgewachsen ist.“

Er starb am 9. August 2008 an den Komplikationen nach einer Herzoperation in einem Krankenhaus in Houston/Texas.

 

Gemeinsam mit dem syrischen Übersetzer und Lyriker Adel Karasholi trauern wir um den Poeten und Freund Mahmoud Darwish.

An einem Tag wie diesem 

An einem Tag wie diesem, im versteckten Winkel
Der Kirche, in einer Pracht vollkommener Weiblichkeit
Im Schaltjahr, in der Begegnung des ewigen Grüns
Mit dem Marineblau dieses Morgens, der Begegnung
Des Inhalts mit der Form und des Sinnlichen
Mit dem Mystischen unter einem üppigen Weinspalier
Im Schatten eines kleinen Vogels
Der das Bild strafft des Sinns, und an diesem
Beseelten Ort werde ich
Meinem Ende begegnen und meinem Beginn
Und sagen: Wehe euch beiden! Nehmt mich und lasst
Heil das Herz der Wahrheit für die hungrigen Schakale
Und sagen: Ich bin kein Bürger
Bin Einwanderer nicht

 

Und ich will nur dies
Nur dieses Eine:
Einen einfachen ruhigen Tod
An einem Tag wie diesem
Im versteckten Winkel der Lilien
Vielleicht entschädigt er mich ein wenig
Für ein Leben, das ich zählte
Minute für Minute
Weggang um Weggang
Nur einen Tod im Garten will ich
Nicht mehr und nicht weniger

Unter www.lyrikline.org können Sie die Stimme Mahmoud Darwishs im Original hören und seine Gedichte nachlesen.

Eintrag vom 16.10.2007

Mahmoud Darwish erhielt den internationalen Poesie-Preis »Goldener Kranz« 2007

Der palästinensische Dichter Mahmoud Darwish hat den diesjährigen internationalen Poesie-Preis »Goldener Kranz« im mazedonischen Struga erhalten. Damit werde sein Werk gewürdigt, das sich für die kulturelle Freiheit einsetzt, hieß es in der Begründung der Jury. Die Werke Darwishs sind in mehr 35 Sprachen übersetzt worden. Er gilt als einer der herausragenden zeitgenössischen Dichter in der arabischen Welt und als die poetische Stimme des palästinensischen Volkes.